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E-Rauchen - Gesundheit

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Um die Gesundheitsaspekte beim E-Rauchen zu verstehen, muss man zunächst einmal wissen, was beim normalen Tabakrauchen vor sich geht, um Vergleiche anstellen zu können.

Wie man entsprechend der Aufdrucke auf Zigarettenpackungen vermuten kann, lauern beim Rauchen von Tabak hauptsächlich zwei Gefahrenquellen:

Elektrische Zigaretten für weniger Schadstoffe

Einmal das Nikotin und zum anderen das Kondensat. Letzteres entsteht beim Verbrennen von Tabak und Papier. In diesem Kondensat hat man bisher rund 4000 meist gesundheitsschädliche Stoffe nachgewiesen. Davon wurden zwischen 65 und 85 Stoffe (die Zahlen schwanken) als eindeutig kanzerogen, also krebserregend, erkannt.

 
 
Eine Liste (Auszug) der Inhaltsstoffe des Tabakrauchs finden Sie hier (PDF-Dokument).

 
Detaillierte Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums zu den Zusatzstoffen in Zigaretten sind hier einzusehen (PDF-Dokument, 12 Seiten).
 

Bleibt noch das Nikotin. Dieses ist ein Nervengift und letztlich für die Sucht verantwortlich. Nikotin verursacht keinen Krebs, schädigt allerdings Herz und Kreislauf (auch hierzu gibt es teilweise unterschiedliche Einschätzungen seitens der Medizin, siehe unten).

Betrachtet man die oben genannten Zahlen und Auswirkungen hat die elektronische Zigarette bedeutende Vorteile. Dadurch, dass nur völlig unschädliche Stoffe wie PropylenGlykol (eine Art Alkohol), Wasser oder Aromen, die auch bei der Lebensmittelherstellung Verwendung finden, verdampft werden, entfallen die oben genannten 4000 Schadstoffe völlig. Anders ausgedrückt: Wer elektrische Zigaretten benutzt, muss vor einer Krebserkrankung nicht mehr Angst haben als ein Nichtraucher.

 
Eine Liste der Inhaltsstoffe der Dampflösung in den Depots finden Sie hier (PDF-Dokument).
 
Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Gesundheit beim E-Rauchen finden Sie auch in einem
Artikel des "New Scientist" vom 11.02.2009, hier als PDF-Dokument (deutsche Übersetzung).
 
E-Rauchen zur Rauchentwöhnung

Wiederum bleibt die Frage nach dem Nikotin. Benutzt man beim E-Smoking Depots, die Nikotin enthalten, gilt möglicherweise das gleiche Gefahrenpotential wie bei herkömmlichen Zigaretten. Insofern ist zunächst dringend davon abzuraten, als Nichtraucher das E-Rauchen einmal aus Spaß auszuprobieren – die Suchtgefahr ist erheblich! Und auch Schwangeren oder Personen mit kardiovaskulären (Herz-/Kreislauf-) Erkrankungen ist vom Gebrauch der E-Zigarette dringend abzuraten. 

Allerdings häufen sich in den letzten Jahren die Stimmen aus medizinischen Kreisen, die Nikotin ein hohes Potential an Heilwirkung zuschreiben. So sind z.B. beim Einsatz von Nikotin in der therapeutischen Behandlung von Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, ADHS oder dem Tourette-Syndrom sehr positive Ergebnisse dokumentiert worden.

 
Die Zusammenfassung eines Gutachtens zur Wirkung von Nikotin des renommierten
Walter-Straub-Institutes für Pharmakologie und Toxiklogie an der Ludwig-Maximilian-Universität
in München finden Sie hier als PDF-Dokument.
 

Drei Aspekte liegen jedoch klar auf der Hand:

Zum einen senken Raucher, die auf das elektronische Rauchen umsteigen, ihr Gesundheitsrisiko erheblich, da als schädlicher Stoff "nur" noch Nikotin aufgenommen wird. Alle übrigen Giftstoffe und Krebserreger entfallen praktisch vollständig.

Zweitens entfallen auch für Passiv-Raucher störende oder schädigende Begleiterscheinungen fast völlig (zum Beispiel auch für Kinder zu Hause, die durch Rauchverbote nicht geschützt sind!).

Und zum Dritten eröffnet das elektrische Rauchen einen ungewöhnlichen Weg zur Raucherentwöhnung*.

*Raucherentwöhnung:

Dadurch, dass Depots in verschiedenen Nikotinstärken bis hin zu völlig nikotinfreien Versionen benutzt werden können, hat man die Möglichkeit der schrittweisen Reduzierung des Nikotingehalts. Dies macht die E-Zigarette jedoch genauso wenig zum Entwöhnungsmittel wie herkömmliche Zigaretten: Auch damit kann man durch Reduzierung der gerauchten Zigarettenmenge die Nikotindosis schrittweise verringern. Der entscheidende Vorteil der E-Zigarette ist jedoch nicht der medizinische, sondern der psychologische Ansatz: Dadurch, dass die Nikoton-Verringerung möglich ist, ohne dabei auf gewohnte "Rauchrituale" oder die Menge der Züge verzichten zu müssen, entsteht eine Art "Selbstbetrug", da man sich vorgaukelt, man würde weiter-"rauchen" können, real jedoch nur völlig unschädlichen Dampf (bei der nikotinfreien Variante) zu sich nimmt.

Keine offiziellen Zulassungen

Fairerweise muss man natürlich auch die Kehrseite der Medaille betrachten. Ob es nun am möglicherweise im Hintergrund betriebenen Lobbyismus, an der Unlust des Staates am Verzicht auf satte Tabaksteuern oder anderen dubiosen Gründen liegt: Es gibt noch keine von offiziellen Stellen bestätigten europäischen Studien zum E-Rauchen oder gar nachweisbare Unbedenklichkeitsbescheinigungen für den Markt. Insbesondere fehlen z.Z. noch vertrauenswerte "Rauch"-Analysen sowie detaillierte Erkenntnisse, wie die einzelnen Bestandteile des Liquids sich beim E-Rauchen verhalten. Ebenso fehlen natürlich Langzeitstudien, da das E-Rauchen noch in den Kinderschuhen steckt. Weiterhin tobt der Streit, ob es sich nun um ein Genussmittel (wie Tabakzigaretten) oder um ein Arzneimittel/Medizinprodukt handelt (wie Rauchentwöhnungsprodukte). Im Moment gibt es daher nur drei Möglichkeiten: Auf abertausende von Aussagen erfahrener E-Raucher vertrauen, die allesamt eine stark verbesserte Gesundheit nach dem Umstieg bescheinigen oder mit Vorsicht abwarten, bis es offizielle Statements seitens der Behörden gibt - dann natürlich mit dem Risiko, während der Wartezeit an den Folgen des "normalen" Rauchens zu erkranken oder (was die beste Alternative wäre) ganz mit dem Rauchen aufzuhören. Zumindest letztere Erkenntnis ist unumstritten.

Hinweis für (trockene) Alkoholiker:

Uns erreichen immer wieder Anfragen, ob das E-Rauchen für trockene Alkoholiker eine Gefahr darstellt, weil in den Depots nach Herstellerangaben Alkohol bzw. alkoholähnliche Stoffe verwendet werden. Bisher haben wir dieses Problem trotz intensiver Recherche noch nicht eindeutig abklären können. Solange diese Frage nicht mit einem eindeutigen und wissenschaftlich untermauerten "Nein" beantwortet werden kann, bitten wir diesen Personenkreis, vom Gebrauch von E-Zigaretten Abstand zu nehmen.

Hinweis: Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu Rechts- und Gesundheitsthemen (Disclaimer)!

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